Das Erzherzogtum Österreich ist die Wiege und Grundbestandteil des Kaisertums Österreich und besteht aus zwei unter besonderer politischer Verwaltung stehenden Kronländern.
Das Erzherzogtum entstand 1453 aus dem Herzogtum Österreich nach der offiziellen Anerkennung des Privilegium Maius durch Friedrich III. Es war Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Bereits im Jahre 1358/59 entstand im Auftrag von Herzog Rudolf IV das Privilegium Maius, das eine Fälschung des im Jahre 1156 geschriebenen Privilegium Minus. Herzog Rudolf IV wollte damit eine Gleichstellung mit den Kurfürstentümern erhalten. Das Herzogtum wurde in der Goldenen Bulle von Karl IV übergangen. Karl IV weigerte sich jedoch dieses Privilegium anzuerkennen, da seine Gelehrten die Fälschung erkannten. Erst knapp 100 Jahre später wurde die Bezeichnung amtlich.
Regiert wurde das Erzherzogtum vom Hause Habsburg, bis zu dessen Aussterben im Jahre 1740. Danach folgte das Haus Habsburg-Lothringen.
Das Erzherzogtum wurde in zwei Kronländer untereilt: Österreich ob der Enns (oder Oberösterreich) und Österreich unter der Enns auch Niederösterreich genannt. Diese Regierungsbezirke waren ihrerseits wieder in vier Viertel unterteilt, die ihre Namen aufgrund der natürlichen Bodenbeschaffenheit und Lagen erhielten. So wurde Oberösterreich in Mühl-, Traun-, Inn- und Hausruckviertel unterteilt und Niederösterreich in ob und unter dem Wienerwald, ob und unter dem Manhartsberg.
Die Bevölkerung bestand im Erzherzogtum, anders als im Kaisertum, zum großen Teil aus Deutschen. Der slawische Anteil der Bevölkerung betrug nur 1,5 Prozente. Nur in Wien, dem Zentrum der Wirtschaft Österreichs, waren Slawen und Magyaren in größerer Anzahl zu finden.
Das Erzherzogtum ging schließlich 1804 in dem als Erbmonarchie von Erzherzog Franz von Österreich gegründeten Kaisertum auf. Erzherzog Franz war auch der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und führte von diesem Tage an den Titel Kaiser Franz I.