Österreich entstand im zehnten Jahrhundert. Die Herrscher Bayerns mussten Kriege gegen die Ungarn führen, an deren Ende eine Markgrafschaft mit Namen Ostarrichi stand.

Die Vorläufer von Österreich

Die Karte des frühen und des hohen Mittelalters (500 bis 1200) war unübersichtlich. Nach dem Ende des römischen Reichs (im Westen 476) zerfiel Mitteleuropa in viele kleine Herrschaftsbereiche. Großen Reichen war keine lange Lebensdauer beschieden. Erst im sieben Jahrhundert stabilisierte sich die Situation. Die Zeit der Franken brach an. Karl der Große, der wohl berühmteste fränkische Herrscher, errichtete im anbrechenden neunten Jahrhundert zwei Markgrafschaften auf heutigem österreichischen Gebiet, die einer Präfektur des Herzogtums Bayern unterstellt waren. Diese sollten die Ostgrenze von Karls Reich schützen.

Durch Krieg entsteht Österreich

Im anbrechenden zehnten Jahrhundert überrannten die Ungarn diese Grenze. Langwierige Kriege entstanden, die erst durch die sogenannte Schlacht auf dem Lechfeld (955) zu Gunsten der Ostfranken entschieden werden konnten. König Otto III. drängte die Ungarn weit zurück und befahl eine Welle bayrischer Ostsiedlungen, die sich auf das heutige Niederösterreich erstreckten. Erneut wurde eine Markgrafschaft gegründet, die abermals Bayern unterstellt war. Diese umfasste die alten und mittlerweile zerstörten Markgrafschaften, sowie den Bereich des neuen Siedlungsgebiets.

Die Gründung der Markgraftschaft Österreich

Im Jahre 976 wurde Luitpold (Leopold) mit dieser Mark belehnt. Der neue Herrscher stammte aus dem Geschlecht der Babenberger. Zwanzig Jahre später kam Österreich zu seinem Namen. In einer Urkunde Otto III. aus dem Jahre 996 fand die Bezeichnung Ostarrichi für die Mark Anwendung. Dies bedeutete so viel wie Ostmark oder Ostland. Daraus entwickelte sich die heutige Bezeichnung. Das lateinische Wort Austria ließ noch 200 Jahre auf sich warten und wurde erstmals im zwölften Jahrhundert erwähnt.