Österreich hat eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Zeitweilig war sein Herrscher der mächtigste Mann der Welt, doch ein Sohn des Landes setzte die Welt in Brand.
Allgemeines zur Geschichte von Österreich
Die Geschichte Österreichs lässt sich in drei Phase unterteilen: In die Vorgeschichte, die Zeit “Habsburg” und die Neuzeit.
Die Vorgeschichte von Österreich
Von der Geschichte vor der Zeit der römischen Herrschaft ist wenig bekannt. Teil des Imperiums wurden die Österreicher 15 vor Christus. Es begann ein Geschichtsabschnitt (Austria Romana), der 500 Jahre dauern sollte. Der größte Teil Österreichs lag zu Beginn auf dem Gebiet der Provinz Noricum. Diese wurde später in Noricum ripense und in Noricum mediterraneum geteilt. Tirol lag in der Provinz Raetia. Mit der einsetzenden Völkerwanderung im vierten Jahrhundert kam ein Druck auf die römischen Nordostgrenzen, dem das Imperium nicht widerstehen konnte. Spätestens im sechsten Jahrhundert waren auch in Österreich die letzten Spuren der römischen Verwaltung beseitigt. Es folgte eine Zeit der Wirren, die erst im zehnten Jahrhundert ihren Endpunkt fand. Der ostfränkische König Otto III. gründete nach erfolgreichen Kriegen gegen die Ungarn eine Markgrafschaft mit Namen Ostarrichi (976). Diese war dem Herzogtum Bayern unterstellt. Belehnt mit der neuen Markgrafschaft, deren Namen so viel wie Ostland bedeutet, wurde Liutpold aus dem Hause der Babenberger.
Die Geschichte von Österreich unter den Habsburgern
1156 wurde die Markgrafschaft durch das Privilegium Minus in den Stand eines Herzogtums erhoben. Noch immer herrschten die Babenberger. Wien wurde Residenzstadt. 1246 erlosch allerdings die Linie der Babenberger. Rudolf von Habsburg konnte sich 1278 erfolgreich gegen alle Konkurrenten militärisch durchsetzen und läutete die größte Erfolgsgeschichte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, zudem Österreich schon damals gehörte, ein. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges (1918) sollten die Habsburger an der Macht bleiben. Diese begannen schon im Mittelalter ihren Machtbereich immer weiter auszubauen. Im Jahre 1453 wurde Österreich aufgrund des gefälschten Privilegium Maius zum Erzherzogtum erhoben. Kaiser Friedrich hatte mit der Anerkennung wenig Schwierigkeiten, war er doch selbst Habsburger. Das Geschlecht trug die deutsch-römische Kaiserkrone mit der Ausnahme des Wittelsbacher Intermezzos in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durchgehend bis 1806. Kaiser Franz II. musste sie auf Drängen Napoleons niederlegen. Von nun an waren die Habsburger nur noch die österreichischen Kaiser. Im 1815 gegründeten Deutschen Bund spielten sie anfangs allerdings die dominante Rolle, doch Preußens Aufstieg war unaufhaltsam. Es kam 1866 zum Krieg, den Bismarck für den Nordstaat gewann. Österreich schied aus Deutschland aus. Der Kaiser gründete die sogenannte Doppelmonarchie und trug fortan auch die ungarische Königskrone. Der erste Weltkrieg beendete die Herrschaft der Habsburger.
Neuzeit: Die Geschichte von Österreich nach dem ersten “Weltenbrand”
Nach den Habsburgern wurde aus dem Kaiserreich eine Republik. Entgegen des Wunschs der Bevölkerung untersagten die Siegermächte die Verschmelzung Österreichs mit Deutschland. Aber schon während des ersten Weltkriegs war ein junger und erfolgloser Kunstmaler nach München emigriert, um für die Deutschen zu kämpfen: Adolf Hitler. Dieser stieg 1933 zum selbsternannten “Führer” des Reiches auf und annektierte sein Heimatland 1938. Die offizielle Sprachregelung lautete Anschluss. Nach dem verlorenen Weltkrieg mussten sich die Wege wieder trennen. Österreich bewahrte im Kalten Krieg einen neutralen Status und trat nach dem Ende Ost-West-Teilung 1995 der Europäischen Union bei.